Ich möchte an dieser Stelle einige Menschen vorstellen, die mich überrascht haben auf meiner bisherigen Lesereise. Da ist der Schauspieler Rolf Becker zu nennen, dem ich zuletzt vor neun Jahren begegnet war, als ich für die „Welt“ ein Porträt über ihn geschrieben hatte. Ich rief ihn an, um ihn zu bitten, bei der inoffiziellen Buchvorstellung des „Tahiti-Projekts“, die ausschließlich Freunden und Nachbarn vorbehalten war, zu lesen. Er sagte sofort zu. Der Ansturm war so groß, dass wir ein Kabel ins nächste Cafe gelegt haben, wo weitere fünfzig Leute der magischen Becker-Stimme andächtig lauschten. Es soll eine Atmosphäre wie in den fünfziger Jahren geherrscht haben, wenn man sich für den Krimi ums Radio scharte. Rolf Becker sprang noch einmal für mich kurzfristig ein. Ich hatte meine Stimme verloren und musste (durfte!) im Planetarium lesen. Rolf machte die Lesung unterm Kreuz des Südens zu einem Erlebnis! Literatur kann wunderbar unterhalten, wenn man im Hamburger Planetarium unterm Himmelszelt in einem verstellbaren Polstersessel liegt... Demnächst ist die Produktion des Hörbuchs geplant, ich werde mich sehr dafür einsetzen, dass Rolf dem Buch die Stimme gibt. Er oder Dieter Prochnow, der gerade das Hörbuch zu meinem Roman „GO! – Die Ökodiktatur“ gelesen hat.
Da ist Harro Schweizer dringend zu erwähnen. Ich traf ihn bei der offiziellen Buchpräsentation im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann wieder, wo Michael Mendl aus dem Buch las, während der Verleger mit mir ein geschicktes Interview geführt hat. Harro Schweizer machte sich erst sehr spät und sehr bescheiden bemerkbar, als die Verlagstruppe sich auf den Weg ins Ganymed aufmachte. Ohne diesen Mann gebe es das „Tahiti-Projekt“ nicht in dieser Form. Er war es, der das Manuskript empfohlen hat und dessen Empfehlung immerhin so überzeugend war, dass ich bereits nach drei Tagen einen Anruf von Christian Strasser bekam, dem Eigentümer des Pendo-Verlages. Auf Christian Strasser komme ich noch zu sprechen. Harro Schweizer aber hatte als erster die Aufsicht auf das Buch, er verstand sehr schnell, dass es sich dabei um mehr als einen unterhaltsamen Thriller handelte. Der Mann ist zudem noch Lektor, der weiß, wie sich Autoren gelegentlich fühlen. Und so gab er mir immer mal wieder einen verwertbaren Rat, inhaltlich wie taktisch. Ich habe davon profitiert. Auch viel gelernt.
Christian Strasser. Verleger. Endlich. Warum endlich? Um das zu verstehen, muss ich die Geschichte verraten, die er mir gleich zu Beginn am Telefon erzählte. Herr Strasser war in der deutschen Verlagslandschaft ein Großer, er leitete „Konzerne“, wie er zu sagen pflegt. Time-Life, Ullstein etc. Als er 60 Jahre alt wurde, ist er nach Neuseeland gefahren und hat sich im Land der Maori gefragt, ob er für den Konzern weiterhin Geld scheffeln will, oder ob es nicht an der Zeit wäre, die Figur des Verlegers so zu interpretieren, wie sie eigentlich gemeint ist. Christian Strasser quittierte seine hohe Position und kaufte sich in der Schweiz den renommierten Pendo-Verlag, dessen Hauptsitz nun München ist. Seitdem macht er die Bücher, an die er glaubt. Pendo – ein erstaunlicher Verlag. Schaut mal in die website: www.pendo.de, es lohnt sich. Die Rundumbetreuung, die Pendo seinen Autoren angedeihen lässt, das Engagement der jungen Truppe, die Liebenswürdigkeit im Umgang und dann dieser verlegerische Einsatz für „Das Tahiti-Projekt“ – besser hätten wir es mit diesem Buch nicht treffen können.
Dienstag, 22. April 2008
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